Osnabrück, 14. Mai 2013

Müssen Schwule und Lesben draußen bleiben? Wird fortan nur Einlass auf das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs gewährt, wer den heteronormativen Formen entspricht?

Dieser Eindruck entsteht durch ein Interview mit dem Geschäftsführer der Zion GmbH, Ralf Gervelmeyer, sowie Günter Strunk, Pressesprecher und Pastor der evangelisch-freikirchlichen Gemeinschaft „Lebensquelle“ in einer OS1.tv-Sendung vom 6. 5. 2013 (abrufbar unter http://www.os1.tv/Video/77883873001/?bctid=2358737930001 ).

Zusammen mit einem Geschäftspartner hat Ralf Gervelmeyer Ende letzten Jahres das 22 Hektar große Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs von der Stadt Osnabrück erworben, um dieses zu einem Gewerbegebiet auszubauen. Im Mittelpunkt des Grundstücks soll ein Gemeindezentrum der „Lebensquelle“ für mehrere Hundert Mitglieder entstehen.

Obwohl Ralf Gervelmeyer in dem Interview betont, die bisher ansässigen Clubs und Lokale wären auch weiterhin willkommen und die Kirche sei offen für alle, auch externe Veranstaltungen seien eingeladen, schließt Gervelmeyer dennoch eine Gruppe des kulturellen Lebens der Friedenstadt Osnabrücks aus.

Auf die Frage des Moderators Marcel Trocoli Castro, ob denn auf dem Gelände des geplanten Glaubenszentrums auch beispielsweise eine Veranstaltung von Gay in May stattfinden könnte, antwortet Gervelmeyer, er könne sich keine solche Veranstaltung an dem Ort vorstellen: „Wir hassen und verachten nicht die Menschen, wir hassen und verachten die Sünde“ Und weiter bejahrt er die Frage, ob Homosexualität eine Sünde ist, denn wer die Bibel lese, wisse „wie es zu funktionieren hätte“.

Eine mögliche Podiumsdiskussion von Gay in May, in den „heiligen Hallen“ des „Lebensquell“-Zentrum lehnt Gervelmeyer ab mit den Worten: „Fragen sie sich doch mal, ob sie sich vor stellen können, dass bei Mercedes die Präsentation des neuen Golf stattfindet. Damit ist die Frage relativ deutlich beantwortet.“

Dazu möchte Gay in May feststellen, dass Homo-/Bi-/Transsexualität keine „hassenswerte Sünde“ ist, sondern eine natürliche Veranlagung, und Schwule, Lesben und Trans*-Menschen ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft sind.

Wir hoffen, dass sich die Verantwortlichen der Stadt Osnabrück, auch als Unterstützer der schwul-lesbischen Kulturtage, eindeutig von solchen Äußerungen distanzieren.

Gerade im Wahljahr 2013 ist es wichtig, Stellung zu beziehen und Minderheiten nicht auszugrenzen.

Das Thema „Lebensquelle“ wird gewiss auch ein wichtiges Thema in der Veranstaltung „Haben wir die Wahl?“ am Freitag, den 31. Mai um 18 Uhr im Ratssitzungssaal des Rathauses der Stadt Osnabrück sein. Dort stellen sich in einer Podiumsdiskussion die Direktkandidaten und –kandidatinnen für die Bundestagswahl 2013 für den Wahlkreis Stadt Osnabrück. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

 

Gay in May e.V.
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