Der Schwule und der Heilige – Religion im Spannungsfeld von Sexualität und Identität
In seinem autobiographischen Gedicht „Who Is Me“ präsentiert Pasolini sein Leben als eine Art Selbstvergewisserung. Das ist nicht verwunderlich, finden sich doch in seiner Biographie viele Widersprüche: ein Marxist, ohne Marx gelesen zu haben, religiös ohne an Gott zu glauben, homosexuell ohne sich für die Rechte von Schwulen einzusetzen. Als Pier Paolo Pasolini 1975 in Ostia ermordet wurde, hinterließ er umfangreiches Material zu einem nie realisierten Film über den Heiligen Paulus. Pasolini wollte den Apostel mitten ins 20. Jahrhundert versetzen. Pier Paolo Pasolini (1922 –1975) war einer der bedeutendsten europäischen Künstler und Intellektuellen der Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg. Pasolinis Werk und Leben standen im Zeichen von Konflikten und Spannungen. Als Homosexueller wurde er aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen, als Kommunist von der katholischen Kirche abgelehnt. Doch waren es gerade christlich-religiöse Themen, die er in seinem Werk immer wieder verfolgte und gestaltete. Nach der Abendvorstellung der Oper SAN PAOLO, die am Theater Osnabrück auf Grundlage des Filmskriptes Pasolinis ihre Uraufführung erlebt, spüren wir, B. Gronemeyer und A. Palermo, mit dem Intendanten des Theaters, Herrn Waldschmidt, den Widersprüchen in Pasolinis Biographie und Werk nach.
Eintritt: frei
Lesung mit Stephanie Kuhnen
Die Herausgeberin Stephanie Kuhnen liest aus ihrem Buch vom Querverlag „Lesben raus! Für mehr lesbische Sichtbarkeit“. Es heißt, Lesben sind unsichtbar und eine aussterbende Identität. Angesichts der historisch einmaligen Situation, dass mehrere Generationen in einer toleranteren Gesellschaft sich offen zeigen können, hätte es über die Jahre eine steigende lesbische Präsenz geben müssen. Stattdessen dominieren schwule Männer Bild und Themen. Wenn von Homosexuellen gesprochen wird, dann werden Lesben „mitgemeint“. Wenn es um LSBTTI*-Themen geht, werden selten lesbische Expertinnen befragt. Angeblich gäbe es sie nicht, heißt die Entschuldigung. Auch scheint es, „Queer“ wird lieber zu einer alternativen Identität erhoben, als sich „Lesbe“ zu nennen. Was ist da los? Sicher ist: Kein Mensch ist unsichtbar! Man wird unsichtbar gemacht oder entscheidet sich für Unsichtbarkeit, um Konflikte zu vermeiden. Zur Lesung sind alle Menschen herzlich willkommen und im Anschluss laden wir zum Diskurs zu unten genannten Fragestellungen ein. Wo sind sie denn, die lesbischen Frauen? Welche Vorteile und welche Nachteile bringt eine erhöhte Sichtbarkeit? Was führt zur Unsichtbarkeit? Und wie kann mehr Sichtbarkeit in allen Bereichen der Gesellschaft hergestellt werden?
Eintritt: frei (um Spende wird erbeten)
Teilnehmendenzahl: 20-30
Der „Pinkwashing“ Vorwurf als queeres Ressentiment gegen Israel.
Chicago, im Juni 2017. Beim lesbischen „Dyke March“ tragen drei Teilnehmerinnen eine Regenbogenflagge, auf der ein Davidstern zu sehen ist. Dann fordern die Organisatorinnen, dass die Fahne eingerollt werden müsse. Die Veranstalterinnen verteidigten ihre Entscheidung nachträglich mit dem Vorwurf des „Pinkwashings“: Israel lenke „mit vermeintlicher LGBT-Toleranz von der brutalen Besatzung Palästinas“ ab.
Seitdem die Queer-Theoretikerin Jasbir Puar 2010 im Guardian von „Israels schwulem Propagandakrieg“ sprach, wird der „Pinkwashing“-Vorwurf immer wieder von einigen linken und queeren Gruppierungen geäußert. Warum diese Gruppen und Einzelpersonen sich bei der Sorge um LGBT-Rechte gerade um Israel sorgen und was das ganze mit jahrhundertealten antisemitischen Stereotypen zu tun hat, soll in diesem Vortrag diskutiert werden. Auch das Konzept „Homonationalismus“ wird hier kritisch diskutiert.
Frederik Schindler ist freier Journalist und veröffentlicht u.a. zu den Themen Antisemitismus, Islamismus und LGBT-Rechte u.a. in taz.die tageszeitung, Jungle World und Jüdische Allgemeine.
Eintritt: frei
Für diesen Vortrag öffnet Susanne Wosnitzka ihre Schatzkiste an Wissen mit absolut neuen Erkenntnissen aus historischen Zeitungen zu Frauen in Hosen – darunter auch Lesben – aus der Zeit zwischen 1750 und 1850. Sie entblättert bislang unveröffentlichtes Material zu Heldinnen auf Schlachtfeldern, Frauenarmeen um 1800 in Europa, Vorkämpferinnen der Menschen- und Frauen(wahl)rechte in völlig neuer Facette.
Darunter waren die „Löwinnen von Paris”, die selbstbewusst neue feministisch-modische Zeichen setzten, von der Justiz angeprangerte Frauen lautstark unterstützten, gesellschaftliche Tabus brachen und untereinander bestens vernetzt waren. Von Petitionen um 1830, die gegenderte Sprache forderten! Von großen Frauendemos in London bereits 100 Jahre vor der Suffragettenbewegung!
Warum war es trotzdem bis weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts möglich, ungeliebte Ehefrauen in England auf dem Markt zu verkaufen, und was hielt man in Deutschland davon? Feministisch-lesbische Subkultur, die salonfähig wurde. Was hatte George Sand damit zu tun?
Eintritt: frei (um Spende wird gebeten)
Ausstellung der Kunst von Norbert Henze, eine Lesung und Vorführung seines Films „Jonathan – Ein Herz und tausend Seelen“.
Schwul/lesbisches Filmangebot mit anschließendem
Get-Together im Unikat
Reservierung wird empfohlen:
www.filmpassage.de
Eintritt: Tagespreise 6,50 € – 7,90 €

In einer Art bruchstückhaft zusammengesetztem Vexierbild und in klarer, knapper und zugleich sehr poetischer Sprache erzählt Karen-Susan Fessel in ihrem autobiografisch gefärbten Roman „Mutter zieht aus“ eine ungewöhnliche und zugleich exemplarische Geschichte über Mütter und Töchter und die Lebenswirklichkeit von Frauen der Kriegsgeneration, eine exemplarische Nachschau auf eine ganze Generation, die allmählich verschwindet.
Karen-Susan Fessel wird uns an diesem Abend aus ihrem neuen Buch einige Zeilen präsentieren und dazu noch einige Passagen aus dem Buch „Der Zahlendieb“ lesen, welches sie zusammen mit dem Lebensgefährten von Rosa von Praunheim, Oliver Sechting, geschrieben hat.
Eintritt: frei
Werkstattgespräch zu den Folgen des §175 StGB
zwischen 1949 und 1994.
Ein Projekt der Universität Osnabrück erforscht die Verfolgung von homosexuellen Menschen im Osnabrück der Nachkriegszeit. Es geht dabei darum herauszufinden und zu dokumentieren, wie eine Gesellschaft die Ausgrenzung und Diskriminierung bis hin zur Kriminalisierung sozialer Gruppen produziert, welche Folgen die so hergestellten Verhältnisse für ihre Opfer haben und wie solche Verwerfungen erkannt, überwunden und geheilt werden können.
Mit Fragen wie diesen befasst sich ein Forschungsprojekt an der Professur für Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung des Historischen Seminars der Universität Osnabrück am Beispiel der Lebensverhältnisse homosexueller Menschen in Osnabrück nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Fokus steht die Zeit zwischen dem Kriegsende und dem Jahr 1994, als in der Bundesrepublik die Strafbarkeit homosexueller Handlungen zwischen Männern, geahndet durch den berüchtigten Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches, endgültig aufgehoben wurde.
Eintritt: frei
Am Sonntag, den 27. Mai 2018, haben wir für euch in Zusammenarbeit mit Bella Senza Parfum etwas ganz Besonderes in Petto.
Lerne gemeinsam mit deinen „Mädels” die große Duft Palette von BELLA SENZA und das weitere Sortiment mit netten Leuten bei Kaffee und Kuchen im Confusion am Pottgraben 27 in Osnabrück kennen.
Eintritt: frei
Wir möchten mit euch feiern und tanzen.
Um 20 Uhr werden die Pforten des Haus der Jugend (Eingang Bocksmauer) geöffnet. Euch erwartet bei „FRAUEN* ON STAGE” der lesbische Chor Taktlos und TWO HEARTS IN TEN BANDS. Ab 22 Uhr legt DJane Kirsten Tanzbares aus Pop & Rock auf. Es darf bis in die Puppen getanzt werden.
Wir freuen uns auf euch!
Für lesbische Frauen*
Bei allem was wir tun ist uns eine offene Atmosphäre besonders wichtig. Ob alt oder jung, lesbisch-, bi-, trans-, intersexuell, queer, offen oder unentschieden, mit oder ohne Migrationshintergrund: Jede* darf sich bei uns wohl und willkommen fühlen.
Vermitteln der Grundlagen der Fotografie, grundlege Dinge der Fotografie, Blende, Licht, Iso.
Anmeldung an: info@picture-to-go.de
Eintritt: 60 € pro Person
Teilnehmendenzahl: min. 10 | max. 16
